Ein Lauf mit Hund – oder vielleicht doch viel mehr?

In Tough Hunter by mel2 Comments

Es ist ja nun wirklich kein Geheimnis mehr, dass ich gerne laufe – oder sollte ich es besser eine Sucht nennen? Apple, Brooklyn und seit neuestem Sir Hudson begleiten mich auf der täglichen Laufrunde und bisher war es eben einfach nur eine Win-Win Situation. Ich konnte laufen und die Hunde waren auch bewegt.

Ein Hindernislauf durch den Dreck erschloss sich mir noch nicht so ganz, als ich 2016 das erste Mal davon hörte.

Übrigens sitzt Brooklyn in! der Tasche. 

Naja, Nadin, besser gesagt hast Du mir davon auf Deine Dir mitreisende Art erzählt und ich dachte mir, cool, da mache ich mal mit.
Schwups, war das Ticket gekauft und es ging via Facebook auf die Suche nach einem Team. Welches ich auch sehr schnell gefunden hatte und es dann schlußendlich doch hängen lassen musste.
Das war aber damals ein Phase, in der so viel auf einmal war. Die Familie wurde nach einem emotional sehr schweren Jahr wieder zusammen geführt, ich war eine Woche zum Dummytraining in Ungarn, am nächsten Tag gleich nach Berlin zum Hockeyturnier und das Wochenende darauf wäre der erste Tough Hunter in Warmensteinach gewesen.

Auch wenn es nicht meine Art ist, etwas zuzusagen und dann den Rücktritt anzutreten, war es eine Entscheidung für die Familie.
Und das war auch gut so.

An der Hasenzugmaschine.

Nichts desto trotz, ließ mir das keine Ruhe und ich wollte endlich dieses Jahr mit dabei sein.

Wir hatten eine Menge Spaß.

Was braucht man für den Tough Hunter ?
1. Einen Hund.
2. Ein paar Laufschuhe.
3. Ein Laufgeschirr.
4. Ein Team und das heißt ab 2 Personen seid Ihr ein Team.
5. Lachmuskeln, ja keine Laufmuskeln, sondern Lachmuskeln. Denn es ist ein Lauf für Alle, egal ob gerade erst mit dem Laufen begonnen oder Marathonläufer oder man einfach nur einen Grund braucht, ein Ziel, um endlich mit dem Laufen anzufangen.

Mir fehlte also definitiv ein Team und so versuchte ich meine neu gegründete Laufgruppe bei Hundisch davon zu überzeugen, dass wir gemeinsam beim Tough Hunter an den Start gehen.

Die lange Anreise zu den Veranstaltungsorten Arenfels, Warmensteianch oder Berlin waren ein Hinderungsgrund, also kramte ich weiter in meinem Hirn nach Läuferinnen mit Hund.
Und da fiel es mir plötzlich ein, Kirsten mit Sunny. Sunny war zu der Zeit als ich noch Hunde betreute ein gern gesehener Gast und Kirsten ist eine begeisterte Läuferin.

Und sie war Feuer und Flamme von meiner Idee.
Das Team stand!
Und es hieß, auf nach Bad Hönnigen zum Schloß Ahrenfels.

Campingplatz wurde gebucht und auf einen Freitag Nachmittag ging es los, nur Brooklyn und ich, gemeinsam im Bulli Richtung Bad Hönningen. Ja nur leider schließt der Campingplatz um 21.00h, telefonisch war keiner zu erreichen und so kam ich auf Schloß Ahrenfels an, wurde unglaublich herzlich vom Tough Hunter Orga Team empfangen, auf ein Bier, eine Dusche und eine Übernachtung auf dem Parkplatz eingeladen.

Und was soll ich sagen, es geht. Ich habe sehr entspannt geschlafen, mit Blick auf den Rhein, im Hintergrund ein paar Jugendliche am Feiern. Herrlich, man braucht nicht viel.

Unser Start sollte erst am Sonntag sein, aber ich dachte mir, das ist ja nur der halbe Spaß, ich könnte ja auch am Samstag helfen, dann kann man schon ein bisschen die Atmosphäre schnuppern und ich fahre den Weg nicht nicht für 14 km laufen, sondern mache mich nützlich.

Und das war gut so. Ich wurde gebraucht, denn an einer Station, der sogenannten Schleppe, fielen am Samstag Morgen spontan zwei Helferinnen im zarten Alter von 17 Jahren wegen Krankheit aus 😉
Witzigerweise, hatten wir gerade beim letzten Modul in Krefeld das Thema, wie erkläre ich eine Aufgabe dem Kunden. Wie kann man sich darin schulen, etwas verständlich zu erklären, wenn das Gegenüber keine Ahnung von der Materie hat und auch nicht in meinen Kopf reinschauen kann, was ich beschreiben möchte.
Kurz kam der Kritikpunkt auf, uns würde es nicht ausreichend beigebracht oder erklärt werden.
Hier meine Empfehlung: Man stelle sich einen Tag beim Tough Hunter als Helfer an eine Station, wartet auf die heran rauschenden Teams, die keine Ahnung haben, welche Aufgabe sie jetzt lösen sollen. Noch damit beschäftigt sind ihre Hunde abzubremsen, sie eventuell ruhig zu halten, zuzuhören und es dann auch noch umzusetzen.

Das mag einfach klingen, aber wenn ihr ca 300 mal die selbe Aufgabe erklärt, dann merkt ihr auch die kleinsten Fehler, die man beim erklären machen kann. Weil Zeit um eine komplizierte Bedienungsanleitung zu lesen, haben die Teams nicht 😉


Es geht beim Tough Hunter natürlich nicht um Zeit, sondern gemeinsam im Ziel anzukommen, in der Zeit, die das jeweilige Team benötigt. Und darum, gemeinsam Aufgaben zu lösen.

 

 

 

Station Baywatch wird erklärt. „Sie verlassen den Badebereich.“

Wackelige Angelegenheit.

 

Kleine Abkühlung gefällig.

Wenn dein Hund die Teebeutelspur zum Dummy nicht findet, dann hilfst du ihm und freust dich gemeinsam mit ihm, wenn er im Versteck das Dummy gefunden hat.
Wenn du Angst hast durch die Röhre zu krabbeln, dann hilft dir vielleicht dein Hund den Weg dadurch zu finden, ihn stören Spinnen eventuell weniger.

 

 

 

Brooklyn an der Hasenzugmaschine. Nicht wirklich eine Herausforderung, dank Dummytraining und Sunny hat das ganz toll hingekriegt. Nicht eingesprungen!

Es geht darum, gemeinsam Spaß zu haben, Aufgaben zu bewältigen, im Team zu arbeiten und sich dabei auch noch ordentlich auszupowern. Ganz nebenbei macht es etwas mit der Beziehung.
Brooklyn ist zum Beispiel noch nie einen Trail gelaufen, also einen Geruch an einem am Baum befestigten Schwamm aufnehmen, dann die Nase einsetzten und uns durch den Wald auf der Spur den Weg zu zeigen. Sie kennt es nicht. Sie weiß wie man Dummys arbeitet, sie kann Flaschen und Müll aus der Alster apportieren, aber das kannte sie nicht. Und nachdem sie am Anfang auf er Spur lief, sie dann davon abgekommen war, denn das Schild sagte uns: Huch ihr seid zu weit. Sind wir wieder ein Stück zurück und plötzlich war die Nase wieder ganz dicht auf dem Boden, hochkonzentriert hat sie uns raus aus dem Wald gearbeitet und ich mega glücklich, dass sie diese Aufgabe so cool gemacht hat.
Und wenn ich mich freue und stolz bin, dann spürt das auch mein Hund.

Das war ein wunderbares Wochenende, mit sehr lieben Menschen, ich habe tolle Teams gesehen, viele strahlende Gesichter und ich freue mich immer noch sehr darüber liebe Kirsten, dass wir beide gemeinsam unseren ersten Tough Hunter gelaufen sind.
Mögen noch viele folgen.

Ganz schön wackelig so ein Spinnennetz.

 

Yes. We did it. Und das mit nur 4 Stunden Schlaf 😉

Und weil ich diese Kombination aus Sport und Beschäftigung mit dem Hund und mit den Menschen so wunderbar finde, bin ich sehr glücklich und dankbar mit zu den Tough Hunter Trainerinnen zu gehören. #moegendiespielebeginnen


Auf ganz bald im Wald. In Laufschuhen oder mit der Dummyweste.

Eure Mel

Die Bilder sind von folgenden Photographen:

https://www.berndkohlen.de/?l=de

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Miriam Kintscher


https://www.tierische-augenblicke.net
http://www.hundestars.de
https://www.manus-fotografie.de
Torsten Paus

Comments

  1. Simone

    Tolle, mitreißende Story! Das Netz wäre definitiv mein Ende gewesen und Dante hättw die Rutsche boykottiert

    Daumen gedrückt für den nächsten

    LG

    1. Author
      mel

      Liebe Simone,

      vielen Dank für dein Kompliment. Ich war in der Tat noch nie mit Brooklyn eine Rutsche runter gerutscht, aber sie hat es super mitgemacht. Das Tragen im Beutel war eine Herausforderung und das Netz war auch bei mir eine komische, wackelige Angelegenheit. Lässig sieht anders aus 😉 und die Leiter, Kraft in den Oberarmen – Fehlanzeige 🙂

      Ich freue mich sehr auf nächstes Wochenende, oder besser gesagt auf Dienstag, den es heißt schon morgen Mittag geht es ab nach Warmensteinach, dann Trainertag und ab Mittwoch, Aufbau.

      Lieben Gruss Mel

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